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Keiner weiß was über Sie. Setzen Sie nichts voraus.

Die Leute werden Sie immer und ewig fragen: „Welche Art von Musik machen Sie?“

Musiker sagen dann oft: „Einfach alles, echt.“

Wenn der Fremde, dem Sie das erzählen, zufällig ein Fan von afrikanischer Musik ist, heißt es jetzt Vorsicht! Jetzt wäre es gut, wenn Ihr Repertoire das polyrhythmische Trommeln Westafrikas, die vielfältigen Stimmenharmonien von Südafrika und die mikrotonalen Rohrblattinstrumente aus dem Nordosten Afrikas umfassen würde. Und falls Ihr Gegenüber auch noch in Bezug auf die restliche Welt musikalisch bewandert ist, sollte Ihre Demo-CD alles enthalten von Rage-Rap über Country Linedancing, chinesische Oper, Ambient Techno Trance, ungarische Volkslieder bis zum Free Jazz von Ornette Coleman. (He - Sie haben doch „alles“ gesagt, oder etwa nicht?)

Dieses Beispiel ist extrem, aber denken Sie immer daran: die Leute wissen nichts über Sie, über Ihren Hintergrund oder über Ihre Herkunft. Wenn Sie sagen, Sie Ihr Sound sei „total einzigartig“dürfen Sie keine Akkorde, Rhythmen, Gitarrenklänge, Texte oder sonstigen Klänge verwenden, die in der Geschichte der Musik jemals verwendet wurden.

Wenn Sie mit dem Rest der Welt sprechen, sprechen sie mit Fremden mit allen möglichen Hintergründen und Geschmäckern.

Seien Sie offen. Machen Sie sich klar, dass Sie nicht „alles“ spielen können und auch nicht 100 % einzigartig sind.

Seien Sie zuvorkommend. Gehen sie nicht davon aus, dass die anderen irgendetwas über Sie wissen. Sagen Sie, wie sich Ihr Sound anhört. Grenzen Sie es ein bisschen ein.

Wenn sie das auf kreative Art und Weise tun („Wir hören uns an wie der Unglaubliche Hulk beim Poppen.“), können Sie Leute für sich gewinnen und Sie neugierig auf Ihre CD machen oder sie dazu bewegen, zu Ihrem nächsten Auftritt zu kommen. Wenn Sie aber bei „Einfach alles!“ bleiben, haben Sie sicher keinen neuen Fan gefunden.

Keiner weiß was über Sie. Setzen Sie nichts voraus.